Beim Thema „Grauer Star“ denken die meisten Menschen an eine Augenerkrankung im Seniorenalter. Weniger bekannt ist der Angeborene Graue Star. Er muss so schnell wie möglich operiert werden, weil sonst eine lebenslange Sehbehinderung oder gar Blindheit droht, die nicht mehr behandelbar ist.
Grauer Star beim Kind: Ursachen
Grauer Star – auch Katarakt genannt – ist eine Trübung der Linse, die das Sehen stark beeinträchtigen kann. Kommt ein Kind mit dieser Linsentrübung auf die Welt, kann das an Störungen des Stoffwechsels oder vorgeburtlichen Erkrankungen des Kindes liegen. Auch Virusinfektionen der Mutter – z. B. Windpocken – sind als Verursacher bekannt. Doch es gibt auch eine Komponente, die auf geerbte Gen- oder Enzymdefekte zurückzuführen ist. Der Gendefekt ist meistens dominant und kann daher mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent an die Kinder weiter gegeben werden, sodass diese ebenfalls mit einer Katarakt auf die Welt kommen.
Meist beide Augen betroffen
Fast immer zeigt sich der Angeborene Graue Star auf beiden Augen – allerdings meist in unterschiedlicher Stärke. So ist es z. B. möglich, dass bei einem Auge die gesamte Linse getrübt ist, bei dem anderen aber nur der Linsenkern. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Erkrankung am besten gleich nach der Geburt diagnostiziert wird, was aufgrund der laut Mutter-Kind-Pass vorgesehenen Augenuntersuchung prinzipiell möglich ist. Die Sehstärke kann in diesem frühen Stadium des Lebens zwar noch nicht gemessen werden, weil dafür die aktive Mitwirkung der betroffenen Person erforderlich ist. Doch „zum Glück sind die aktuellen Diagnosegeräte so weit entwickelt, dass sich damit die Stärke der Linsentrübung sehr genau feststellen lässt“ versichert Dr. med. Genée, Facharzt für Augenheilkunde in Braunschweig.
Kindliche Katarakt: So schnell wie möglich operieren
Wenn sich bei dieser ersten Augenuntersuchung zeigt, dass eine Katarakt vorliegt, muss dringend operiert werden. Ist ausnahmsweise nur ein Auge betroffen, sollte die OP in den ersten Lebenstagen erfolgen. Bei beidseitigem Grauen Star sollte der Eingriff zumindest während der ersten Wochen durchgeführt werden. Die in diesem Fall vorgesehene etwas längere Zeitspanne ist der damit verbundenen größeren Belastung des Babys durch die OP geschuldet.
Wird zu spät operiert, kann die lebenslange Sehbehinderung nicht mehr verhindert werden. Grund dafür ist, dass das Zusammenspiel zwischen Augen und Sehzentrum im Gehirn sich dann nicht mehr vollumfänglich entwickeln kann. Sehen muss also gelernt werden – und dafür sind die ersten Lebenswochen die entscheidenden. „Wenn also früh genug operiert wird, ist die Chance auf eine brauchbare Sehfähigkeit recht groß“ so Dr. med. Genée. Dafür werden nach dem Absaugen der getrübten Linsen zunächst Kontaktlinsen und ab etwa einem Jahr Kunstlinsen eingesetzt.
Sie möchten mehr darüber erfahren?
Auf unserer Katarakt Infoseite finden Sie alles Wissenswerte zur Auswahl der geeigneten Linse und unseres Behandlungsablaufs.
Kontaktieren Sie uns, wir sind für Sie da!