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Notfälle
Netzhautzentrum · Krankheitsbild

Diabetische Retinopathie & Makulaödem in Braunschweig

Die diabetische Retinopathie ist eine Folge des Diabetes an den feinen Blutgefäßen der Netzhaut – und die häufigste Ursache für Sehverschlechterung bei Diabetes. Sie verläuft lange ohne Beschwerden. Mit regelmäßigen Kontrollen und rechtzeitiger Behandlung (Laser, IVOM, Operation) lässt sich Ihr Sehvermögen meist schützen.

Laser, IVOM & Operation aus einer Hand
Über 1.000 Netzhautoperationen pro Jahr
IVOM ambulant an mehreren Standorten

So kann sich eine diabetische Retinopathie auf das Sehen auswirken

Krankheitsbild

Was ist eine diabetische Retinopathie?

Die diabetische Retinopathie ist eine Folgeerkrankung des Diabetes mellitus an den feinen Blutgefäßen der Netzhaut. Über Jahre schädigt ein erhöhter Blutzucker die Gefäßwände: Sie werden undicht, es bilden sich Aussackungen, Blutungen und Ablagerungen. In fortgeschrittenen Stadien wachsen krankhafte neue Gefäße (proliferative Retinopathie), die bluten und die Netzhaut verziehen können.

Sammelt sich Flüssigkeit in der Makula, spricht man vom diabetischen Makulaödem – der häufigsten Ursache für Sehverschlechterung bei Diabetes. Die diabetische Retinopathie verläuft lange ohne Beschwerden. Regelmäßige Kontrollen sind deshalb der wichtigste Schutz für Ihr Sehvermögen.

Augenhintergrund mit Blutungen und Ablagerungen bei diabetischer Retinopathie
Schäden am AugenhintergrundFundusaufnahme mit Mikroaneurysmen, kleinen Blutungen und harten Exsudaten – typische Zeichen der diabetischen Retinopathie.
Warnsignale

Symptome & Warnzeichen

Im Frühstadium bemerken Sie meist nichts. Treten Symptome auf, ist die Erkrankung oft schon fortgeschritten:

Verschwommenes oder schwankendes Sehen

Abhängig auch vom Blutzuckerspiegel.

Verzerrtes zentrales Sehen

Hinweis auf ein Makulaödem.

Dunkle Flecken oder „Rußregen“

Können auf eine Glaskörpereinblutung aus neuen Gefäßen hindeuten.

Plötzliche, starke Sehverschlechterung

Zum Beispiel bei größerer Blutung – kommen Sie dann umgehend zu uns.

Ursachen & Risikofaktoren

Was die Netzhaut schädigt

Hauptursache ist der Diabetes selbst. Risiko und Tempo der Schädigung steigen mit:

Dauer des Diabetes

Je länger die Erkrankung besteht, desto höher das Risiko.

Schlecht eingestellter Blutzucker (HbA1c)

Der wichtigste beeinflussbare Faktor.

Bluthochdruck & erhöhte Blutfette

Sie beschleunigen die Gefäßschädigung.

Rauchen & Nierenerkrankung

Erhöhen das Risiko zusätzlich.

Schwangerschaft bei Diabetes

Kann eine vorbestehende Retinopathie beschleunigen.

Diagnostik

Diagnostik bei uns in Braunschweig

Wir beurteilen Netzhaut und Makula umfassend und verlaufsbezogen:

Augenhintergrund in erweiterter Pupille

Zur Beurteilung von Blutungen, Ablagerungen und neuen Gefäßen.

Optische Kohärenztomographie (OCT)

Misst die Makuladicke und macht ein Makulaödem sichtbar – auch zur Therapiesteuerung.

Fluoreszenzangiographie

Darstellung der Netzhautgefäße mit einem Farbstoff, um undichte Stellen und Minderdurchblutung zu erkennen.

OCT-Angiographie

Berührungslose Gefäßdarstellung ohne Farbstoff.

OCT-Aufnahme der Makula mit Flüssigkeitseinlagerung bei diabetischem Makulaödem
Makulaödem im OCTDie OCT-Schichtaufnahme macht Flüssigkeitseinlagerungen in der Makula sichtbar und dient der Steuerung der Therapie.
Behandlung

Behandlung & Verfahren

Die Behandlung richtet sich nach Stadium und Befund – oft werden Verfahren kombiniert. Grundlage jeder Therapie ist die gute Einstellung von Blutzucker, Blutdruck und Blutfetten gemeinsam mit Ihren behandelnden Ärzten. An der Netzhaut stehen uns drei Verfahren zur Verfügung:

IVOM – Medikamenteneingabe (ambulant)

Beim diabetischen Makulaödem sind Injektionen von Medikamenten in den Glaskörperraum (IVOM) heute die wichtigste Behandlung. Die Wirkstoffe verringern Gefäßundichtigkeit und Schwellung der Makula. Die Eingabe erfolgt ambulant in örtlicher Betäubung und dauert nur wenige Minuten; meist sind mehrere Behandlungen im Verlauf nötig. IVOM bieten wir an mehreren unserer Standorte an.

Laserbehandlung (ambulant)

Bei fortgeschrittener, proliferativer Retinopathie verödet der Laser gezielt minderdurchblutete Netzhautbereiche (panretinale Laserkoagulation) und nimmt so den Reiz für das Wachstum krankhafter Gefäße. Bei bestimmten Formen des Makulaödems kann auch gezielt gelasert werden. Die Behandlung erfolgt ambulant.

Operation – Vitrektomie (stationär)

Bei einer Glaskörperblutung, die sich nicht von selbst aufklart, oder bei einer zugbedingten (traktiven) Netzhautablösung operieren wir. Über feinste Zugänge von 23, 25 oder 27 Gauge entfernen wir das eingeblutete Glaskörpergewebe und die ziehenden Membranen, lasern bei Bedarf und stabilisieren die Netzhaut – stationär in Braunschweig.

Schematische Darstellung der IVOM-Injektion in den Glaskörperraum des Auges
IVOM: Medikament direkt ins AugeBei der intravitrealen operativen Medikamentengabe wird der Wirkstoff in den Glaskörperraum eingebracht – ambulant und in örtlicher Betäubung.
Wichtig: Die Behandlung bremst das Fortschreiten und schützt das vorhandene Sehvermögen – bereits eingetretene Schäden lassen sich nicht immer rückgängig machen. Deshalb ist Früherkennung so entscheidend.
Ablauf

Ablauf & Nachsorge

Wie die Behandlung abläuft, hängt vom Verfahren ab:

1

IVOM & Laser – ambulant

Kurze Eingriffe in örtlicher Betäubung, Sie gehen anschließend nach Hause. IVOM wird meist als Serie geplant und im Verlauf per OCT gesteuert.

2

Vitrektomie – stationär

Mit Übernachtung und Kontrolle am Folgetag an unserem OP-Standort in Braunschweig.

3

Regelmäßige Kontrollen

Menschen mit Diabetes sollten ihre Augen regelmäßig kontrollieren lassen, auch ohne Beschwerden. Den passenden Abstand legen wir je nach Befund fest.

4

Nachsorge & Zusammenarbeit

In enger Abstimmung mit Ihrem Diabetologen/Hausarzt und wohnortnah an unseren Standorten.

Unser Netzhaut-Team

Netzhautchirurgie ist Erfahrungssache

Bei Operationen an der Netzhaut entscheiden Erfahrung und Routine über das Ergebnis. In unserem Netzhautzentrum führt ein eingespieltes Team über 1.000 Netzhautoperationen pro Jahr durch – stationär, mit Übernachtung und persönlicher Betreuung bis zur Entlassung.

  • Diagnostik mit hochauflösendem OCT an allen Standorten
  • IVOM ambulant an mehreren Standorten in der Region
  • Zentrale OP-Räume nach neuestem Standard in Braunschweig
Dr. med. Hagen Walle
Dr. med. Hagen Walle
Facharzt für Augenheilkunde · Chefarzt
Dr. med. Peter Requadt
Dr. med. Peter Requadt
Facharzt für Augenheilkunde · Chefarzt
Fr. Litwin-Gizinski
Fr. Litwin-Gizinski
Fachärztin & Netzhautchirurgin
Häufige Fragen

Häufige Fragen zur diabetischen Retinopathie

Warum soll ich zur Augenkontrolle, obwohl ich gut sehe?

Weil die diabetische Retinopathie lange ohne Beschwerden verläuft. Schäden an den Netzhautgefäßen entstehen schleichend. Regelmäßige Kontrollen erkennen sie früh, wenn die Behandlung am wirksamsten ist.

Was ist ein diabetisches Makulaödem?

Eine Flüssigkeitsansammlung in der Makula, der Stelle des schärfsten Sehens. Sie ist die häufigste Ursache für Sehverschlechterung bei Diabetes und wird meist mit IVOM-Spritzen behandelt.

Tut die Spritze ins Auge weh?

In der Regel nicht. Das Auge wird mit Tropfen örtlich betäubt; viele Patienten spüren nur ein kurzes Druckgefühl. Die IVOM dauert nur wenige Minuten und erfolgt ambulant.

Wie viele Spritzen brauche ich?

Das ist individuell verschieden. Meist sind zu Beginn mehrere Behandlungen in festen Abständen nötig; den weiteren Verlauf steuern wir anhand von OCT-Kontrollen.

Kann ich das Fortschreiten selbst beeinflussen?

Ja, erheblich. Eine gute Einstellung von Blutzucker, Blutdruck und Blutfetten sowie der Verzicht aufs Rauchen sind die wirksamsten Maßnahmen, um Ihr Sehvermögen zu schützen.

Werde ich durch Diabetes blind?

Mit regelmäßiger Kontrolle und rechtzeitiger Behandlung lässt sich schwerer Sehverlust in den allermeisten Fällen vermeiden. Unbehandelt kann eine fortgeschrittene Retinopathie das Sehvermögen jedoch ernsthaft bedrohen.

Übernimmt die Krankenkasse die Behandlung?

Ja. Medizinisch notwendige Laser-, IVOM- und operative Behandlungen der diabetischen Retinopathie sind Leistungen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung.

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Wir sind für Sie da

Haben Sie Fragen zu Ihrer Netzhaut?

Vereinbaren Sie einen Termin unter 0531 27338-0 – im Notfall sind Sie während unserer Sprechzeiten auch ohne Termin und ohne Anmeldung willkommen. Operationsstandort: Wolfenbütteler Straße 82, 38124 Braunschweig.

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