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Notfälle

Durch Wissen, Austausch und den Mut, neue Perspektiven einzubeziehen.

Neue Technologien sind ein Teil der Antwort. Der fachliche Austausch ein weiterer. Und oft entstehen die wertvollsten Impulse genau dort, wo unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen.

Bei unserer Frühlingsfortbildung im wundervollen Zucker in Braunschweig kamen Kollegen und Kolleginnen aus verschiedenen Fachbereichen und Standorten zusammen, darunter auch ärztliche Kollegen aus zwei spanischen Kliniken, die die Gelegenheit nutzten, unsere Klinik sowie die aktuellen Entwicklungen und Erweiterungen vor Ort kennenzulernen.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Dr. med. Peter Requadt, der die Bedeutung kontinuierlicher Weiterbildung, interdisziplinärer Zusammenarbeit und eines offenen fachlichen Austauschs für die Weiterentwicklung der Patientenversorgung hervorhob. Im weiteren Verlauf standen verschiedene Themen im Fokus, die zeigen, wie dynamisch sich die Augenheilkunde derzeit entwickelt.

Frau Anna Litwin-Gizinski gab Einblicke in die moderne Netzhaut- und Glaskörperchirurgie und zeigte anhand eigener Fälle, welche Fortschritte die Pars-plana-Vitrektomie in den vergangenen Jahrzehnten gemacht hat.

Pars plana Vitrektomie hat in den letzten vier Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht. Sowohl kontinuierliche Verbesserungen der Geräte und Instrumente als auch neue OP-Techniken ermöglichen heutzutage sehr gute Operationsergebnisse. Die rechtzeitige Diagnosestellung und Operation sind dabei aber ein wichtiger Faktor.“

Auch die Weiterentwicklung der refraktiven Chirurgie wurde intensiv diskutiert. Herr Hassan Aldakhl stellte aktuelle Entwicklungen moderner Laserverfahren vor und ordnete deren Bedeutung für die individuelle Patientenversorgung ein.

„Die refraktive Chirurgie entwickelt sich zunehmend zu einem hochindividualisierten Bereich der Augenheilkunde. Moderne Laserverfahren ermöglichen heute sehr präzise und schonende Behandlungen, entscheidend bleiben jedoch eine sorgfältige Diagnostik, realistische Erwartungen und die richtige Verfahrenswahl für jeden einzelnen Patienten.“

Ein weiterer Schwerpunkt war die Frage, wie Künstliche Intelligenz klinische Abläufe künftig unterstützen kann. Als Werkzeug, welches Prozesse effizienter gestaltet und dadurch mehr Zeit für das Wesentliche schafft: die persönliche Betreuung unserer Patientinnen und Patienten.  Dr. med. H. Walle stellte die Entwicklung unseres Netzhautzentrums Braunschweig vor – mit deutlich erweiterten OP-Kapazitäten, täglich freien Notfall-Slots und einer strukturierten Patientenversorgung von der offenen Ambulanz bis zur Entlassung. Besonders bei Netzhautablösungen entscheidet jede Stunde über das funktionelle Ergebnis – weshalb wir Zuweiser ermutigen, ihre Patienten ohne Umwege direkt zu uns zu schicken.

„Gerade bei zeitkritischen Erkrankungen wie Netzhautablösungen zeigt sich, wie entscheidend das Zusammenspiel von Erfahrung, Organisation und medizinischer Expertise für das Behandlungsergebnis sein kann.“

Dass ein ganzheitlicher Blick auf Gesundheit weit über Diagnostik und Therapie hinausgeht, zeigte MUDr. Samuel Kabir in seinem Vortrag zur Bedeutung evidenzbasierter Ernährungskonzepte. Dabei wurde deutlich, dass Ernährung nicht nur Versorgung bedeutet, sondern einen aktiven Beitrag zu Wohlbefinden, Regeneration und Therapieerfolg leisten kann. Wie unmittelbar relevant das für die Netzhautchirurgie ist, verdeutlichte er anhand neuester Daten: Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel erhöht das Risiko für eine proliferative Vitreoretinopathie nach Amotio-Operation um nahezu das Vierfache. Passend dazu begleitete unser Gourmetkoch Paul Stein die Veranstaltung kulinarisch. Mit seinem Team verfolgt er täglich den Anspruch, Ernährung nicht als Nebensache zu verstehen, sondern als festen Bestandteil eines hochwertigen Klinikaufenthalts.

Besonders wertvoll war der Austausch mit unseren Kolleginnen und Kollegen. Unterschiedliche Erfahrungen und Blickwinkel eröffnen neue Perspektiven und helfen dabei, bestehende Prozesse zu hinterfragen, voneinander zu lernen und neue Impulse für die tägliche Arbeit mitzunehmen. Für uns war der Tag vor allem eine Erinnerung daran, dass medizinische Qualität nicht im Stillstand entsteht. Sie entsteht dort, wo Wissen geteilt, Erfahrungen diskutiert und neue Ideen gemeinsam weitergedacht werden.

Vielen Dank an alle Kolleginnen und Kollegen und Gästen für die spannenden Vorträge, die offenen Diskussionen und die wertvollen Impulse. Ein Dank geht auch an Annett Höfer und Kathrin Hoffmann für die reibungslose Organisation, sowie die fotografische Begleitung von Anika Sastim.

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